Samstag, 27. August 2011

20 Uhr
und
22 Uhr

Science Center Medizintechnik

Berlin-Mitte
Ebertstr. 15a
nahe Potsdamer Platz    
Im Rahmen der "Langen Nacht der Museen"

Musik in futuristischer Architektur!

Programm:
Willibald Gluck (1714-1787):
aus der Oper „Orpheus   und Eurydice“

Reigen seliger Geister

(Soloflöte: Anna Paul)

Nino Rota (1911-1979):
Konzert für Streichorchester

daraus: Preludio- Allegro moderato

Karl Jenkins (1944-)   
“Palladio”

daraus:  Allegro  

(Soloviolinen: Kerstin Beckmann , Tanja Porstmann)

Leitung:

Dinah Backhaus              Matthias Wildenhof

Science Center
Medizintechnik
Ebertstr. 15a



nahe S- und U-Bhf.
Potsdamer Platz

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Zu den Werken: (Text: Dinah Backhaus, Matthias Wildenhof)
Die Oper „Orpheus und Eurydike“ von Christoph Willibald Gluck (1714-1787) war das wichtigste Beispiel der Opernreform in der Mitte des 18. Jahrhunderts. In der Wiener Fassung wurde sie im Jahre  1762 uraufgeführt, als Pariser Fassung 1774. Hier wird das Geschehen um den antiken Sänger Orpheus in packenden dramatischen Linien dargestellt. Die gegensätzlichen Bereiche der Unterwelt, einerseits die Heiterkeit des Elysiums, der Gefilde der Seligen, in denen Orpheus auf der Suche nach Eurydike umherirrt, und andererseits die tobenden Furien in der Hölle zeigen die Pole extremen Ausdrucks des Komponisten. Im Elysium herrscht harmonische Klarheit der Melodie vor, im Furientanz gibt es wild rasende Sechzehntelfiguren mit heftigen Akzenten, die dem Hörer zu Leibe rücken und ihn bedrängen.  Dieser oft dämonische und wilde Ausdruck faszinierte  E.T.A. Hoffmann, der  seine mit 31 Jahren erste veröffentlichte Erzählung „Ritter Gluck“ als eine Art Verbeugung vor dem verehrten  Komponisten gestaltet.
Der Italiener Nino Rota  (1911-1979) ist vor allem als Filmmusik-Komponist bekannt (er schrieb u.a. Musik für Viscontis „Der Leopard“, Fellinis „La Strada“ und Coppolas „Der Pate“), komponierte daneben aber auch einige nicht an Filme gebundene Werke für den Konzertsaal wie das „Konzert für Streicher“ von 1964/65. Er konnte sich dabei von den durch Filmschnitt und Szenen vorgebenen Zwängen befreien und seine Fähigkeit nutzen, mit Musik große Gefühle zu erzählen.
Im 1. Satz „Preludio“ lässt Rota eine ausdrucksvolle wehmütige Melodie durch alle Instrumentengruppen wandern; dabei ist sein Stil zunächst spätromantisch und  voll aufgeladener Harmonien wie bei Gustav Mahler.
Im Mittelteil klingt es dann aufgeregter und dissonanter, als würde ein romantischer Europäer in einer Großstadt wie New York landen und sich dort hoffnungslos einsam und voll unstillbarer Sehnsucht nach seiner Heimat sehnen… Diese Vorstellung war jedenfalls unser ganz persönlicher Zugang und Interpretations- Ansatz bei der Arbeit an diesem Stück.   
Der walisische Komponist Karl Jenkins, (geb.1944), der seine Musikerkarriere als Keyboarder und Oboist in verschiedenen Jazzrock-Bands begann, widmete sein bekanntes Streicherstück „Palladio“ dem berühmten Renaissance-Architekten Andrea Palladio, der in Italien seine berühmten Villen errichtete.
Das Stück „Palladio“ entstand in den 80er-Jahren als Filmmusik zu einem Werbespot für Diamanten. Sowohl Einflüsse aus der Rockmusik als auch aus der amerikanischen „Minimal Music“ sind in diesem bekannten Neo-Barockstück erkennbar.
Wahrscheinlich hätte das Medium Film (für das die beiden  Komponisten Jenkins und Rota komponierten), den so universal tätigen E.T.A. Hoffmann heute begeistert und zu weiteren Gesamtkunstwerken inspiriert.
Die Mitwirkenden:
Dinah Backhaus, geboren in Berlin, studierte Schulmusik, Germanistik und Hauptfach Violine an der HdK Berlin und nahm an Meisterkursen bei Andre Gertler, Sandor Vegh und Reinhard Goebel („Musica antiqua“) teil. Mitwirkung in: Quartett mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker, „Basel Sinfonietta“, „Deutsches Kammerorchester“, “Ensemble Sanssouci“ und „Berliner Barock-Orchester“. Dirigierausbildung im Studium und Dirigierkurse. Seit 1985 Altistin im Ernst-Senff-Chor, der mit den bedeutendsten Dirigenten und Orchestern zusammenarbeitet. Seit 1998 Jurorin bei „Jugend musiziert“, von 1999-2009 Dozentin am Charlotte-Wolff-Kolleg (Erwachsenenbildung). Neben  ihrer Konzerttätigkeit leitet sie gemeinsam mit Matthias Wildenhof das E.T.A.-Hoffmann-Orchester.
Matthias Wildenhof, geboren in Berlin, studierte Schulmusik mit Hauptfach Violoncello (bei Prof. M.Nyikos) und Tonsatz an der UdK Berlin sowie Geographie an der FU Berlin. Vielfältige Tätigkeit als Cellist („RIAS-Jugendorchester“, Festspielorchester Bregenz, Festivalorchester Montepulciano u.a.). Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis und Barockcello, Konzerte mit diversen Alte-Musik-Ensembles (z.B. „Discorsi musicali“). Dirigierausbildung, Teilnahme an Dirigierkursen. Dozent für Tonsatz und Gehörbildung an Berliner Musikschulen. Seit 1998 Unterrichtstätigkeit im Fach Musik und Geographie am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Zehlendorf. An der Musikschule Charlottenburg-Wilmersdorf leitet er gemeinsam mit Dinah Backhaus das E.T.A.-Hoffmann-Orchester.
Das E.T.A.-Hoffmann-Kammerorchester wurde  von der Geigerin Dinah Backhaus und dem Cellisten Matthias Wildenhof gegründet
Ein Anliegen des Orchesters ist es, mit viel Enthusiasmus den Streicherklang in allen möglichen Klangnuancen bis in die Extreme hinein auszufeilen. Viel  Kreativität geht in das Formulieren von passenden  Vorstellungen für jede musikalische Phrase ein.
Das Ensember nennt sich „E.T.A.-Hoffmann-Kammerorchester“, weil dieser das Anliegen der Orchester-mitglieder verkörpert, sich neben dem Beruf musikalisch erfolgreich zu engagieren: Hoffmann arbeitete in Berlin tagsüber als Jurist und war in seiner „Freizeit“ nicht nur als Dichter, sondern auch als Musiker und Komponist erfolgreich.
Die Orchesterarbeit ist vielseitig: Schwerpunkte sind  das Entdecken selten gespielter Werke und die Aufführung der Werke E.T.A. Hoffmanns;  bisher wurden zwei  CDs eingespielt und live im Funk bei „Alte Musik“ vorgestellt.
Das Orchester konzertierte bisher überwiegend in Konzertsälen, Kirchen und Schlössern in Berlin und Umgebung. Konzerte in Rheinsberg, in der Heilig-Kreuz-Kirche, im Ballhaus Naunynstr., im Wissenschaftszentrum, Rathaus Charlottenburg und im Kammermusiksaal, der Phiharmonie und im Konzerthaus  sind nur einige Beispiele der  vielfältigen Konzertorte.
Erfolgreiche Konzertreisen führten nach Rügen, Dresden, in die Pfalz und nach Italien, Frankreich und Tschechien.
Im November 2007 nahm das Orchester am Landeswettbewerb des Deutschen Orchesterwettbewerbs teil und bekam mit dem Prädikat „hervorragend“ den 1. Preis. Daraufhin folgten Konzerte im Konzerthaus und in der Philharmonie (vor 2400 Zuhörern mit Innensenator und Polizeipräsidenten anlässlich der Vereidigung der Polizisten.).
2008 erhielt es beim Orchester-Wettbewerb auf  Bundesebene das Prädikat „Sehr gut“:
2010 folgten Konzerte im Kammermusiksaal und im März 2011 in der Gedächtniskirche.
Besetzung:
1.Violine: Kerstin Beckmann (Solo), Annette Blottner, , Tatjana Schatz,    
           Frauke Wübben, Sanae Toyoda;  
2.Violine: Tanja Porstmann (Solo), Gesa Ellinghaus, Kathrin Fuld, Johanna Möckel,
                  Dariusz Blaskiewicz (als Gast), Birgit Eichstädt;
Viola: Martin Sahl, Stefano Macor (a.G.), Reiner Marks, Matthias Kohlhaus, Andreas Wagner;
Violoncello: Sabine Techritz, Kerstin Schütte, Frank Hoppe, Harald Kallmeyer;
Kontrabass: Siegmund Podbilski  (a.G.);
Flöte: Anni-Kathrein Faersch;
Oboe: Nikolaus Spoerel, Anne-Kathrin Martin;
Horn: Rene Wagenschütz;
Fagott: Norbert Haisch
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