Sonntag, 23. November 2013
18 Uhr

Kirche zum Heilsbronnen
Berlin- Schöneberg

Heilbronner Straße 20,
10799 Berlin

nahe U-Bahnhof   
Bayerischer Platz

Konzert

zusammen mit dem
Kammerchor Peter Schwarz
Leitung: Viola Escher

Leitung:
Dinah Backhaus
Viola Escher
Matthias Wildenhof

Gottfried August Homilius (1714 - 1785)
Sehet, welch eine Liebe
(nur Kammerchor Peter Schwarz )

Franz Schubert (1797-1828)
Messe G-Dur

Astor Piazzola (1921-1992)      
Chau Paris

Heinrich Poos (1928*)
Viatoris carmen

Kantate nach dem Kanon von
Johann Pachelbel
auf eine Dichtung
von Gottschalk von Fulda

für gemischten Chor, Solo-Flöte,
3 Solo-Violinen, Streicher
und Cembalo

Joachim Johow (1952*)
¡Hola Pachelbel!  Uraufführung
Kirche zum Heilsbronnen
Berlin- Schöneberg




Programm zum Herbstkonzert
am Samstag, 23.11.2013 um 18.00 Uhr, Kirche Zum Heilsbronnen

Gottfried August Homilius (1714-1785): Motette "Sehet, welch eine Liebe"

Heinrich Poos (*1928): "Viatoris Carmen" für Chor und Orchester,
Kantate nach dem Kanon von Johann Pachelbel
auf eine Dichtung von Gottfried von Fulda
(Berliner Erstaufführung)
Solo-Violinen: Kerstin Beckmann, Tatjana Schatz,
Tanja Porstmann, Simone Keating
Solo-Viola: Carlos Solare
Solo-Flöte: Ulrich Wendland

JoachimJohow (*1952): "Hola'Pachelbel"(Uraufführung)

Astor Piazzolla (1921-1992): Tango "Chau Paris"

Franz Schubert (1797-1828): Messe G-Dur Nr.2 für Solisten, Chor und
Orchester (D 167)
Kyrie - Gloria - Credo - Sanctus - Benedictus - Agnus Dei

Solisten:
Julia Spencker (Sopran)
Achim Goeres (Tenor)
Marcel Raschke (Bass)

Kammerchor Peter Schwarz
Leitung: Viola Escher

E.T.A.Hoffmann-Kammerorchester
Leitung: Dinah Backhaus, Matthias Wildenhof

Viatoris Carmen


Ut quid iubes, pusiole,
Quare mandas, filiole,
Carmen dulce me cantare,
Cum sim Longe exul valde
Intra mare?
O cur iubes canere?

Mallem scias, pusillule,
Ut velles tu, fratercule,
Pio corde condolere
Mihi atque prona mente
Conlugere.
O cur iubes canere?

Scis captive plebicule
Israheli cognomine
Praeceptum in Babilone
Decantare extra longe
Fines lude.
O cur iubes canere?

Sed quia vis omnimode,
Consodalis egregie,
Canam patri filioque
Simul atque procedente
Ex utroque.
Hoc cano ultronee.

Benedictus es, domine,
Pater, nate, paraclite,
Deus trine, deus une,
Deus summe, deus pie,
Deus iuste.
Hoc cano spontanee.

Exul ego diuscule
Hoc in mare sum, domine:
Annos nempe duos fere
Nosti fore, sed iam iamque
Miserere.
Hoc rogo humillime

Interim cum pusione
Psallam ore, psallam mente,
Psallam voce, psallam corde,
Psallam die, psallam nocte
Carmen dulce.
Tibi, rex piissime.

Gottschalk von Fulda
(MGH, Poetae III)

Warum befiehlst du mir, Knäblein,
warum heißest du mich, Söhnchen,
ein süßes Lied singen,
da ich weit fort in der Verbannung bin,
mitten im Meere?
O, warum heißt du mich singen?

Ich möchte lieber - du sollst es wissen, kleines Bürschchen,
dass du Brüderchen,
mit liebendem Herzen den Schmerz mitempfinden
und mit teilnehmendem Herzen mit mir
trauern wolltest.
0, warum heißt du mich singen?

Du weißt, dass dem gefangenen Völkchen,
lsrael mit Namen,
befohlen wurde, in Babylon
zu singen, weit außerhalb
der Grenzen Judäas.
O, warum heißt du mich singen?

Aber weil du auf alle Weise willst,
trefflicher Genosse,
will ich dem Vater und dem Sohne
und zugleich dem aus beiden
heruorgehenden (Geist) singen.
Das singe ich ohne Aufforderung.

Cepriesen bist du, Herr,
Vater, Sohn, Tröster,
dreifacher Gott, einiger Gott,
höchster Gott, gütiger Gott,
gerechter Gott.
Das singe ich aus freien Stücken.

Verbannt bin ich recht lange Zeit
an dieses Meer, o Herr:
dass es bald zwei Jahre
werden, weißt du, aber nun endlich
erbarme dich!
das bitte ich aus tiefster Demut.

Inzwischen will ich mit dem Knäblein
singen mit dem Munde, singen mit dem Geiste,
singen mit der Stimme, singen mit dem Herzen,
singen bei Tage, singen bei Nacht
ein süßes Lied
dir, gütigster König.

Übersetzung: Horst Kusch
(Einführung in das lateinische Mittelalter, Bd. l)


Das Wichtigste zu den Werken:

Die Kantate "Viatoris Carmen" von Heinrich Poos (*1928) basiert auf einem mittelalterlichen Text von Gottschalk von Fulda, welcher von einem verbannten erzählt, der jahrelang auf dem Meer herumfahren muss.
Nach einer kurzen orchestereinleifung mit modernen dissonanten Klängen beginnt der Chor mit einer einstimmigen mittelalterlich gefärbten Melodie, die in vier Strophen wiederholt wird. Auch die Begleitung erinnert an mittelalterliche Musikinstrumente wie z.B. die Drehleier.
Die Textstelle "Hoc cano ultronee" (übersetzt: "Das singe ich ohne Aufforderung") am Ende der fünften Strophe könnte man so deuten, dass ein Mensch sich durch Singen seinem harten Schicksal trotzig entgegenstellt. Genau an dieser Stelle zitiert Poos den barocken Kanon von J. Pachelbel, in den er - zusätzlich zum polyphonen Stimmengeflecht der drei Solo-Violinen - kunstvoll Chor, Orchester und Solo-Flöte einfügt.
Im weiteren Verlauf entwickelt sich die Musik zu einem tanzartigen Jubelgesang, in den am Ende noch der bekannte Choral "Wie schön leuchtet der Morgenstern" (Solo-Flöte) hineingefügt wird. Durch sein Singen kann sich der Mensch hier über seine Not zu transzendenten, himmlischen Freuden erheben.

Der in Berlin lebende Komponist Joachim Johow (*1952), der selbst Mitglied in unserem Orchester ist, bezieht sich in seinem Stück "Hola' Pachelbel" auch auf den Pachelbel-Kanon, nur in völlig anderer Weise: Er unterlegt ihm das immer wiederkehrende Bass-Modell des Pachelbel-Kanons, hier aber in Moll.
Darüber entfalten sich spritzige und mitreißende tangoartige Melodien und Klezmer-Figuren, reizvoll kontrapunktisch gegeneinander gesetzt.
J.Johow komponiert für die unterschiedlichsten Besetzungen, u.a. auch für ein Ensemble der Berliner Philharmoniker.

Der argentinische Komponist Astor Piazzolla (1921-1992) ist Begründer des "Tango Nuevo" (einer kunstvollen Gegenbewegung zum "Tango Argentino"), der durch kraftvolle Rhythmen, Melancholie und viel Leidenschaft geprägt ist.

Franz Schubert (1797-1828) komponierte seine Messe G-Dur 1815 in wenigen Tagen mit nur 18 Jahren und führte sie in Wien erstmalig auf.
Die Messe zeichnet sich durch eine lyrische und eher kammermusikalische Grundhaltung aus. Es beginnt mit einem liedhaften Kyrie. Das Gloria erhält durch die rauschenden Sechzehntel-Figuren des Orchesters einen geradezu stürmisch vorwärts drängenden Charakter. Die Melodik im Credo vermittelt
unendliche Weite und geheimnisvolle Tiefe, kontastiert von den unerbittlich voranschreitenden Bässen. Das kantable Benediktus wurde für Solostimmen geschrieben. Unnachahmlich schön spielen sich hier Violinen und Celli die Motive zu. Im Agnus Dei lässt Schubert seine G-dur-Messe mit wehmütig
klagenden Melodien zart ausklingen.
Text: D.Backhaus und M.Wildenhof
Die Mitwirkenden

Der "Kammerchor Peter Schwarz" besteht seit nunmehr 12 Jahren. Seit dem Tod seines Namensgebers 2006 wird er von der Chorleiterin und Flötistin Viola Escher geleitet. lm Repertoire des Ensembles finden sich Werke von Renaissance bis Moderne, a cappella-Musik und Oratorien. Konzerreisen führen den Chor vorrangig nach Osteuropa, im Sommer
2013 sang er in Prag, und wird Ostern 2014 einer Einladung nach St. Petersburg folgen.
Mit dem ETA.Hoffmann-Orchester findet heute das vierte gemeinsame Projekt statt.

Das E.T.A.Hoffmann-Orchester verkörpert mit seinem Namenspatron das Anliegen der Mitspieler, sich neben dem Beruf musikalisch und künstlerisch zu engagieren: Hoffmann selbst war in Berlin Jurist und daneben in seiner "Freizeit" nicht nur als Dichter, sondern auch als Musiker und Komponist tätig.
Bei vielen Konzert-Proekten liegt uns daher die Verbindung zwischen Literatur und Musik am Herzen. Ein weiteres Anliegen ist das Entdecken selten gespielter Werke; bisher wurden zwei CDs eingespielt (und live im Rundfunk von B. Morbach vorgestellt.)
Außerdem wird der Streicherklang mit viel Enthusiasmus und Kreativität in allen möglichen Klangnuancen bis in die Extreme hinein ausgefeilt.
Erfolgreiche Konzerheisen führten nach Rügen, Dresden, in die Pfalz und nach Italien, Frankreich, Böhmen und Prag.
2007 Teilnahme am Deutschen Orchesterwettbewerb (Prädikat "hervorragend": 1. Preis).
2008 erhielt das Orchester beim Wetthewerb auf Bundesebene das Prädikat "Sehr gut".
Darauf folgten bis 2013 Konzerte in Konzerthaus, Philharmonie, Kammermusiksaal, Kammergericht, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, bei "Lange Nacht der Museen" u.a..
Für Oktober 2014 ist eine Konzerheise nach Tschechien in die berühmten Bäder Marienbad, Franzensbad und Karlsbad geplant.

Neue Spieler - besonders Viola und Cello - sind herzlich willkommen! Tel. 030 8134291.
www.etahoffmannorchester.de

Viola Escher, geb. in Berlin, Studium der Schulmusik urd Querflöte an der UdK Berlin.
Lehrauftrag für Chorleitung (UdK Berlin), Stimmbildung in div. Chören, seit 2003 Kinder-Chorleiterin an der MS City West, Leiterin des "Kammerchores Peter Schwarz", Mitwirkung beim Education Project der Berliner Philharmoniker, Chorreisen ins In- und Ausland.

Dinah Backhaus, geb. in Berlin, Violinunterricht bei Sibylle Funcke, studierte Schulmusik, Germanistik und Hauptfach Violine (bei A.Gerhardt, P.Brem, B.Hartog) an der UdK Berlin.
Meisterkurse bei A. Gertler, S. Vegh und R.Goebel ("Musica antiqua"). Mitwirkung im Quartett mit Berliner Philharmonikern, "Deutsches Kammerorchester", "Ensemble Sanssouci" und ,,Barock-Orchester, Basel-Sinfonietta.
Dirigierausbildung im Studium, Dirigierkurse. Seit 1985 Altistin im Ernst-Senff-Chor, der mit bedeutenden Dirigenten und Orchestern von Weltgeltung zusammenarbeitet. Jurorin bei "Jugend musiziert", 1999-2009 Musik-Dozentin am C.Wolff-Kolleg. Vielfältige Erfahrung mit Neuer Musik u.a. im "ensemble united" und "Ars nova".

Matthias Wildenhof, geb. in Berlin, studierte Schulmusik (Hauptfach Violoncello bei Prof. M.Nyikos) und Tonsatz an der UdK Berlin, sowie Geographie an der FU Berlin. Vielfältige Tätigkeit als Cellist ("RIAS-Jugendorchester", Festival Montepulciano u.a.). Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis und Barockcello, Konzerte mit div. Alte-Musik-Ensembles. Dirigierausbildung im Studium, Dirigierkurse. Dozent für Tonsatz und Gehörbildung an Musikschulen, seit 1998 am Werner-von-Siemens-Gymnasium Zehlendorf.
An der MS City West leitet er gemeinsam mit D.Backhaus das E.T.A.Hoffmann-Orchester.
Orchester- Besetzung:

1. Violine:        Kerstin Beckmann (Solo), Wolfgang Franke,
                         Annette Blottner, Joachim Johow, Frauke Wübben,
                         Tatjana Schatz (Solo);
2. Violine:        Tanja Porstmann (Solo), Kathrin Fuld, Simone Keating,
                         Sylvia Kumbier, Birgit Eichstädt, Gesa Ellinghaus,
                         Christiane Johow, Robert Wölz, Berthild Grüneberg;
Viola:                Carlos Solare, Angelika Noack, Ulrich Weber;
Violoncello:      Kerstin Schütte, Christiane Fliß (Solo),
                          Elisabeth Hardorp, Claudia Hippel;
Kontrabass:     Ernst Weihreter;
Flöte:                Ulrich Wendtland (Solo), Ann-Kathrein Faersch.

www.etahoffmannorchester.de

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