Patmos- Kirche Steglitz
Samstag, den 19.12.2009 um 18 Uhr
am Samstag, den 19.12. 2009, 18 Uhr
Patmos- Kirche Berlin-Steglitz
Gritzner Str. 18  Eingang am Glockenturm

nahe Breitenbachplatz 3
nicht weit von Schlossstr. 9 dann    
zu Fuß oder   282 ( 2. Haltestelle )




Carolina Dawabe-Valle, Sopran
Jörg Gottschick, Bariton
Birgit Blesse, Orgel

Chor der Patmos- Gemeinde

E.T.A.-Hoffmann-Kammerorchester verstärkt durch
Bläsersolisten

Leitung:
Birgit Blesse
Dinah Backhaus
Matthias Wildenhof
Programm:
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Choral "Vom Himmel hoch daher ich her"
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
aus der Ouvertüre (Suite) Nr. 3 D-Dur BWV 1068
Gavotte I und II - Bourrée
Georg Frierich Händel (1685-1759)
Konzert F-Dur für Orgel und Orchester
Nr. 13 HWV 295
Larghetto - Allegro -Largetto- Allegro
"Kuckuck und Nachtigall"
Henry Purcell (1659-1695)
An Evening Hymn für Bariton und Orgel
Ottorino Respighi (1879-1936)
aus Antiche Danse ed Arie per Liuto
Italiana - Arie di Corte
Karl Jenkins (1944, Southwales, UK)
aus Palladio
Concerto grosso für Streichorchester
Allegro
Heitor Villa-Lobos (1887-1959)
aus Bachianas Brasileiras Nr. 5
für Sopran und Streichorchester
Aria (Cantilena): Adagio
Felix Mendelssohn- Bartholdy (1809 - 1847)
Vom Himmel hoch  
Choralkantate über Luthers Weihnachtslied
Chor - Arie - Choral - Arie - Arioso - Schlusschor
Glockenturm der Patmos- Kirche Berlin-Steglitz
Zu den Werken:
Am Anfang steht mit "Vom Himmel hoch da komm ich her" (zum Mitsingen) der wohl größte Barock- Meister Johann Sebastian Bach. Hierdurch wird ein Bogen bis zum Ende des Konzertes gespannt, wo diese Melodie in der Mendelssohn- Kantate "Vom Himmel hoch" eine zentrale Rolle spielt.
In Bachs D- Dur- Suite hören wir in drei schwungvollen Tanzsätzen königliche und prächtige Trompeten- und Paukenklänge, Instrumente, die dem Herrscher vorbalten waren und auf Bachs glücklichste Lebensjahre in Köthe weisen, wo er sich mit dem dortigen Fürsten Leopold lebenslang anfreundete und viel Freiheit genoss.
Wie großartig es der "gelehrte" Johann Sebastian Bach vermochte, Tanzmusik zu schreiben, beweist er in seinen Ouvertüren, auch Orchestersuiten oder Ouvertürensuiten genannt. Sie sind vom Stil der französischen Ouvertüre eines Jean-Baptiste Lully inspiriert. Es ist anzunehmen, dass der junge Bach während seiner Lüneburger Schul- und Ausbildungszeit im benachbarten Celler Schloss des "Heideherzogs" Georg Wilhelm und seiner französischen Frau erstmals mit dieser höfischen Musik in Kontakt kam. Ebenfalls auf Annahmen beruht die Entstehungsgeschichte der Suiten - man vermutet sowohl Bachs Köthener Zeit, in der er als Kapellmeister am fürstlichen Hofe vor allem für die instrumentale weltliche Musik zu sorgen hatte, als auch die Leipziger Zeit, in der er in seinem aufreibenden Amt als Thomaskantor und Musikdirektor das Collegium musicum leitete.
Es folgt das andere Genie der Barockzeit, der in London lebende Georg Friedrich Händel, der in diesem Jahr 2009 durch das Jubiläum seines 250. Todestages geehrt wird. Händel war selber ein Orgelvirtuose, der Orgelpart in seinem Orgelkonzert F-Dur für Orgel und Orchester Nr. 13 HWV 295 ist technisch sehr anspruchsvoll. Reizvoll ist im zweiten Satz die Nachahmung von Vogelstimmen in Orgelpassagen, die vom Orchester beantwortet werden.
Das Orgelkonzert F-Dur aus dem Jahr 1735 zeigt Georg Friedrich Händel auf der Höhe seiner kompositorischen Kunst und gestattet einen Überblick auf die Entwicklung seines Musikstils während seiner letzten zwanzig Jahre.
Johann Sebastian Bach
Händel- Denkmal Halle
Der englische Barockkomponist Henry Purcell hat neben Opern und Instrumentalmusi über 100 Lieder komponiert. Seine sehr persönliche, intime Tonsprache hörenwir im Abendlied mit den Zeilen: "Nun, da die Sonne ihr Licht verschleiert hat und er Welt gute Nacht sagt, lege ich meinen Körper im weichen Bett zur Ruhe. Aber wo rastet meine Seele, wenn nicht in süßer Sicherheit in deinen Armen, mein guter Gott. Sie singt und preist deine Gnade, Halleluja."
Der Italiener Ottorino Respighi lässt uns dann im 19.-20. Jahrhundert landen, wo er, fasziniert von altitalienischer Lautenmusik, eine Art Mosaikteppich der unterschiedlichsten Musiken webt und orchestriert: wehmütiger Tanz,  Klage, Wiegenlied, vollbesetzter Weihnachtschoral, Abflug der Engel - jedenfalls waren das die (ganz unautorisierten) Bilder, die uns bei unseren adventlichen Proben in den Sinn kamen . Vielleicht haben Sie beim Hören ganz andere Ideen zu dem selten zu hörenden Werk!?
Henry Purcell
Ottorino Respighi
Der wallisische Komponist Karl Jenkins, der seine Musikerkarriere als Keyboarder, Saxoponist und Oboist in verschiedenen Jazzrock- Bands begann, schrieb sein nach dem berühmten italienischen Renaissance- Architekten Andrea Palladio benanntes Streicherstück "Palladio" in den 80-iger Jahren als Filmmusik zu einem Werbespot für Diamanten. Sowohl Einflüsse aus der Rockmusik als auch aus der amerikanischen "minimal music" sind in diesem aus der Wewrbung bekannten Neo- Barockstück erkennbar!
Karl Jenkins

Kloster
Andrea
Palladio
San Giorgio Maggiore, Venedig Architekt Andrea Paladio (1508-1580)

Vermutlich kennen Sie das Stück  "Palladio" von Karl Jenkins ohne es zu wissen. In Amerika ist es jedenfalls vielen Leuten schon bekannt, einfach unter einem anderen Namen. Ein Auszug vom ersten Satz der insgesamt drei Sätze (I Allegretto, II Largo, III Allegro) wird in einer amerikanischen Diamanten- Werbung der DeBeer's verwendet.
Der Brasilianer Heitor Villa-Lobos liebte von Knd auf  Bach über alles. Er kombiniert hier hier in der Vertonung eines hochemotionalen Gedichtes in portugiesischer Sprache (ursprünglich für ein Cello- Ensemble geschrieben) Bachsche Polyphonie mit brasilianischen Folklore- Elementen.

Text von Ruth V. Correa; Übersetzung: „Grausame Sehnsucht, die gleichzeitig lacht und weint beim Anblick einer rosenfarbenen und durchscheinenden Wolke, die langsam über die träumenden Himmel zieht.”
Heitor Villa- Lobos
Am bekanntesten und erfolgreichsten sind die 9 Bachianas Brasileiras von Heitor Villa-Lobos, populärster und auch international bekanntester brasilianischer Komponist "Klassischer Musik",  in welchen die Inspiration durch brasilianische Folklore direkt zum Ausdruck kommt. In den Bachianas Brasileiras verarbeitete Villa-Lobos brasilianische Volksmelodien in Suiten im polyphonen Stil des von ihm seit seiner Jugend hoch verehrten Johann Sebastian Bach.
Felix Mendelssohn- Bartholdy ist in Berlin aufgewachsen und hat schon als Kind und Jugendlicher Musikgeschichte geschrieben: zunächst war als Wunderkind so berühmt wie W.A.Mozart, dann holte er als Jugendlicher ( im Alter von nur 19 Jahren! ) die längst vergessene Musik von J.S. Bach mit seiner Wiederaufführung der "Matthäus- Passion" aus der Versenkung und begründete damit eine Bach- Renaissance, die bis heute anhält.
In seiner Choralkantate "Vom Himmel hoch" hören wir viele Anklänge an J.S. Bach: Choral, Polyphone, Fugen- Elemente, aber auch eigene besonders ausdrucksvolle und liedhaft- romantische Passagen, z.B. in den Arien der Solosänger.
Die Choralkantate "Vom Himmel hoch" ist wohl die bekannteste der
"Acht Choralkantaten" von Felix Mendelssohn Bartholdy.
1. Coro
Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär.
Der guten Mär bring ich so viel, davon ich sing’ n  und sagen will.
Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn,
ein Kindelein, so zart und fein, das soll euer Freud und Wonne sein.
2. Aria
Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not.
Er will euer Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein.
3. Choral
Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit,
dass ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich.
4. Aria
Sei willekomm, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast,
und kommst ins Elend her zu mir, wie soll ich immer danken dir?
Und wär die Welt vielmal so weit, von Gold und Edelstein bereit,
so wär sie doch dir viel zu klein zu sein, ein kleines Wiegelein.
5. Arioso
Das also hat gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir.
Wie alle Welt Macht, Ehr’ und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.
Felix Mendelssohn Bartholdy
6. Schlusschor
Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein‘gen Sohn;
des freuen sich der Engel Schar, und singen uns solch neues Jahr.
Die Musiker:
Carolina Dawabe-Valle (Sopran) absolvierte ihr Gesangsstudium in Santiago de Chile.  2000 und 2001 erlernte sie von Carlo Bergonzi an der Accademia Verdiana in Italien die Prinzipien des Belcantos.  2001 wurde sie 2. Preisträgerin beim Internationalen Gesangswettbewerb in Trujillo, Perú. In Berlin studierte sie Musikwissenschaft an der Humboldt Universität und hat an diversen Projekten an der Komischen Oper teilgenommen. Seit 2008 ist sie fest im Chor der Deutschen Oper Berlin als 1. Sopranistin engagiert.
Weitere musikalische Tätigkeiten: zahlreiche Kirchenkonzerte und Oratorienauftritte, Liederabende und Rundfunkaufnahmen auf internationaler Ebene.
Der in Düsseldorf geborene Bariton Jörg Gottschick erhielt eine private Gesangsausbildung in Hamburg und Berlin (bei KS Loren Driscoll, Deutsche Oper Berlin). Seit 1987 ist er vorwiegend als Konzertsänger tätig, nahm aber auch an zahlreichen Opernproduktionen freier Gruppen (Berliner Kammeroper, Neue Opernbühne Berlin u.a.) teil und war als Gast an verschiedenen Theatern (Staatsoper Unter den Linden). Von 1989 bis 1998 war er Dozent für Gesang und Sprecherziehung an der Berliner Kirchenmusikschule in Berlin-Spandau. Konzertreisen führten ihn, außer ins europäische Ausland, auch nach Japan, Kanada, in die USA und Südamerika, Er war Gast bei den Salzburger Festspielen, den BBC Proms, dem Maggio Musicale Florenz und den Dresdner Festspielen.
Geboren in Bonn, studierte Birgit Blesse ab 1984 Kirchenmusik an der Evangelischen Kirchenmusikschule am Johannesstift in Berlin. Seit 1990 ist sie in Berlin-Steglitz als Kirchenmusikerin in den Bereichen Orgel, Chor und Musik mit Kindern tätig. Seit 2007 bildet sie einen Schwerpunkt Kinderchor heraus, dem sie unter anderem als Leiterin des Steglitzer Kinderchors nachgeht. Seit einigen Jahren sammelt sie Musiktheatererfahrungen in verschiedenen Kindermusicalprojekten an Schulen und Gemeinden. Birgit Blesse hat zwei Kinder im Alter von 13 und 16 Jahren.
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Dinah Backhaus, geb. in Berlin, studierte Schulmusik, Germanistik und Hauptfach Violine an der HdK Berlin und nahm an Meisterkursen bei André Gertler, Sandor Vegh und Reinhard Goebel ("Musica antiqua") teil. Mitwirkung in: Quartett mit Berliner Philharmonikern, „Basel Sinfonietta", „Deutsches Kammer-Orchester", „Ensemble Sanssouci" und „Berliner Barock-Orchester". Dirigierausbildung im Studium und Dirigierkurse. Seit 1985 Altistin im Ernst-Senff-Chor, der mit den bedeutendsten Dirigenten und Orchestern zusammenarbeitet. Seit 1998 Jurorin bei „Jugend musiziert", seit 1999 Dozentin am Charlotte- Wolff- Kolleg (Erwachsenenbildung). Neben einer Konzerttätigkeit als Geigerin, Dirigentin und Altistin (u.a. ars nova unter dem verstorbenem Peter Schwarz) leitet sie gemeinsam mit M.Wildenhof das E.T.A.- Hoffmann- Kammerorchester.
Matthias Wildenhof, geboren in Berlin, studierte Schulmusik mit Hauptfach Violoncello (bei Prof. Markus Nyikos) und Tonsatz an der HdK Berlin sowie Geographie. Vielfältige Tätigkeit als Cellist (RIAS-Jugendorchester, Festspielorchester Bregenz, Festival Montepulciano u.a.). Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis und Barockcello; Konzerte in diversen Alte-Musik-Ensembles (z.B. „Discorsi musicali“). Dirigierausbildung im Studium, Teilnahme an Dirigierkursen. Dozent für Tonsatz und Gehörbildung. Seit 1998 Unterrichtstätigkeit im Fach Musik am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Berlin-Zehlendorf. An der Musikschule Charlottenburg-Wilmersdorf leitet er zusammen mit D.Backhaus das E.T.A.- Hoffmann-Kammerorchester.
Der Patmos- Chor besteht seit 19 Jahren. Unter der Leitung von Birgit Blesse werden im Jahr vielfältige Stücke zur Gestaltung von Gottesdiensten und Konzerten erarbeitet.
Daneben gibt es seit einigen Jahren eine Zusammenarbeit mit den benachbarten Kantoreien, die es ermöglich, alle zwei Jahre ein großes Werk aufzuführen.

Das     E.T.A.-Hoffmann-Kammerorchester wurde 1995 von der Geigerin Dinah Backhaus und dem Cellisten Matthias Wildenhof gegründet und hat seine Heimat an der Musikschule Charlottenburg-Wilmersdorf. Ein Anliegen des Orchesters ist es, mit viel Geduld und Enthusiasmus den Streicherklang in allen möglichen Klangnuancen bis in die Extreme hinein auszufeilen. Hierbei spielen nicht nur technische Anforderungen eine Rolle - sehr viel Spaß und Kreativität geht in das Formulieren von passenden  Vorstellungen für jede musikalische Phrase ein, damit aus einer gemeinsamen künstlerischen Energie heraus musiziert und nicht nur mechanisch korrekt gespielt wird. Das Orchester ist stolz darauf, auch unbekannte Werke der Moderne aufzuführen.
Das Orchester gab sich den Namen „E.T.A.-Hoffmann-Kammerorchester“, weil dieser das Anliegen der Orchestermitglieder verkörpert, sich neben dem Beruf ernsthaft künstlerisch zu betätigen: Hoffmann arbeitete in Berlin tagsüber als Jurist und war in seiner „Freizeit“ nicht nur als Dichter, sondern auch als Musiker und Komponist erfolgreich.
Die Orchesterarbeit ist vielseitig: Schwerpunkte sind die Zusammenarbeit mit hervorragenden Solisten und Chören, das Entdecken selten gespielter Werke und die Aufführung der Werke E.T.A. Hoffmanns;  bisher wurden zwei  CDs eingespielt und sogar live im 3. Programm Berlin bei „Alte Musik“ vorgestellt.
Das Orchester konzertierte bisher überwiegend in Konzertsälen, Kirchen und Schlössern in Berlin und Umgebung. Erfolgreiche Konzertreisen führten nach Rügen, Dresden, in die Pfalz und nach Italien, Frankreich und Tschechien. Konzerte in Rheinsberg, in der Heilig-Kreuz-Kirche, im Ballhaus Naunynstr., im Wissenschaftszentrum, Rathaus Charlottenburg und im März 2007 im Kammermusiksaal/Philharmonie sind nur einige Beispiele unserer  vielfältigen Konzertorte.
 Im November 2007 nahm das Orchester am Landeswettbewerb des Deutschen Orchesterwettbewerb teil und bekam mit dem Prädikat „hervorragend“ den 1. Preis. Daraufhin folgte ein Konzert in der Philharmonie vor 2400 Zuhörern mit Innensenator und Polizeipräsidenten anlässlich der Vereidigung der Polizisten. 2008 erhielt das Orchester beim Orchester-Wettbewerb auf Landesebene das Prädikat „Sehr gut“.
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Lageplan der Patmos-Kirche Berlin- Steglitz










alle Fotos auf dieser Seite: Bernd Waniewski
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