Sonntag, 12.12.1999, 20 Uhr

Heilig-Kreuz-Kirche Kreuzberg

"Konzert zum 223.Geburtstag von E.T.A..Hoffmann"
Siehe auch
PROGRAMM:


Georg Friedrich Händel (1685-1759): Concerto grosso F-Dur op.6 Nr.2
- Andante larghetto
- Allegro
- Largo - Larghetto andante e piano
- Allegro, ma non troppo

                       Solisten: Stefan Flohr, Violine I; Kirsten Wittschen, Violine II;
                                    Reinhard Eger, Violoncello; Sabine Erdmann, Cembalo

Ferenc Farkas (geb. 1905): "Piccola musica di concerto" für Streichorchester
- Allegro
- Andante
- Scherzo (mit Trio)
- Allegro

Max Bruch (1838-1920): Serenade nach schwedischen Volksmelodien für
                                              Streichorchester c-moll
- Marsch - Allegro moderato
- Andante
- Andante sostenuto
- Marsch - Allegro moderato

                                                              PAUSE

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Konzert für Flöte und Streichorchester d-moll
- Allegro
- Un poco Andante
- Allegro di molto

                                   Solistin: Annette von Stackelberg, Flöte
                                                  Sabine Erdmann, Cembalo


                                  E.T.A.Hoffmann-Kammerorchester Berlin

                            Leitung: Dinah Backhaus und Matthias Wildenhof
Einführung zu dem Werk:  (M.Wildenhof)
Georg Friedrich Händel (1685-1759) schrieb die 12 Concerti grossi op.6 im Oktober 1739 in London . Nach dem Bankrott seines Opernunternehmens 1737 konzentrierte sich Händel auf die Komposition biblischer Oratorien. Die von ihm veranstalteten Oratorienaufführungen wurden zu einem erfolgreichen und einträglichen Geschäft. Die Concerti grossi, bei denen eine Gruppe dreier Solisten dem übrigen Orchester klanglich gegenübertritt, wurden entweder dabei als "Pausenfüller" bzw. instrumentale Intermezzi verwendet oder in eigenständigen Konzert-aufführungen dargeboten. Das Concerto grosso F-Dur beginnt mit einem festlichen Andante; die folgenden drei Sätze enthalten lebhafte und kontrastierende musikalische Charaktere.
Ferenc Farkas (geb. 1905 in Ungarn) studierte an der Budapester Musikhochschule und unterrichtete später als Kompositionslehrer an verschiedenen ungarischen Hochschulen und Konservatorien, zuletzt in Budapest. Der Schwerpunkt seines Schaffens liegt wie bei seinem berühmteren Landsmann Bela Bartok auf folkloristisch fundierter Musik. Folkloristische Elemente verleihen auch seiner "Piccola musica di concerto" für Streichorchester von 1961 eine eindeutige, leicht verständliche Charakteristik; die Satzfolge gleicht in Tempoverhältnissen und formaler Anlage der traditionellen viersätzigen Sinfonie. Der erste Satz beginnt heiter und humorvoll und ist formal konventionell angelegt. Im kurzen zweiten Satz entwickelt sich über einem Bass-Ostinato eine flächig angelegte Melodie, es folgt ein rhythmisch abwechslungs-reiches Scherzo. Ungewohnt für uns ist im schnellen Finale der weitgehend beibehaltene, nur mehrfach zum 7/8-Takt wechselnde ungerade 5/8-Takt.
Max Bruch (1838-1920) hat seine "Serenade nach schwedischen Volksmelodien", ursprünglich für großes Orchester, 1916 für Streichorchester umgearbeitet. Diese Fassung wurde unserer Kenntnis nach bisher in Berlin nicht aufgeführt. Das Stück ist durch volkstümliche, sangliche Melodik, farbige spätromantische Harmonik, Klangschönheit und Formklarheit geprägt. Der erste und letzte Satz basieren auf den Königsmarsch Karls XII. von Schweden, die beiden langsamen, elegischen Mittelsätze verarbeiten Melodien schwedischer Volks- und Liebeslieder.
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) Bei seinem Flötenkonzert d-moll (Manuskript in der Bibliothek der Prinzessin Anna Amalia) handelt es sich wahrscheinlich um eine eigene Transkription eines seiner Cembalokonzerte, angefertigt für den begeistert Flöte spielenden König. Das Stück ist überwiegend dramatisch angelegt. Der erste Satz beginnt mit geradezu sinfonischer Verve, unablässig nach vorn drängend; in ausgedehnten Solo-Abschnitten dominiert virtuoses Spiel der Flöte, aufgelockert durch ausdrucksvoll empfindsame Stellen. Das folgende Andante mit seiner ruhig fließenden, gleichsam erzählenden Melodielinie bildet ein Beispiel für das in dieser Zeit gängige Ideal der Musik als "Klangrede", die den Zuhörer "anrühren" solle. Typisch für C.P.E.Bach sind hier überraschende rezitativartige Stellen. Der dritte Satz schließlich reißt den Hörer durch sein atemberaubendes Tempo, seine explosive Dramatik, den opernhaften Ausdruck rasender Wut und ein Feuerwerk an Virtuosität mit; hier zeigt sich C.P.E.Bach endgültig als ein Komponist des "Sturm und Drang", der sich vom rokokohaft verspielten "galanten Stil" seiner Zeit gelöst hat.                          
Die Musiker (Orchesterbesetzung)
Die Orchesterbesetzung liegt leider nicht vor.
Solisten
Stefan Flohr, Violine I: Einzelheiten liegen leider nicht vor.
Kirsten Wittschen, Violine II: Einzelheiten liegen leider nicht vor.
Reinhard Eger, Violoncello wurde in Seiffen im Erzgebirge geboren und erhielt den ersten Cellounterricht im Alter von sieben Jahren. Seine weitere musikalische Ausbildung erfolgte in Leipzig und Dresden, wo er "nebenbei" auch noch Pharmazie studierte. Ab1990 lebt er in Berlin.
Er wirkt in verschiedenen Ensembles mit und beschäftigt sich auch mit experimenteller Musik, Improvisation und Klezmer. Neben der Musik interessiert er sich auch für Literatur. Seit dem Jahr 2000 führt er selbstständig eine Apotheke, in der er seine Kunden auch mit Musik erfreut, denn das Cello ist natürlich immer dabei. . .   
Sabine Erdmann, Cembalo: Einzelheiten liegen leider nicht vor.
Annette von Stackelberg (Flöte) studierte bei Werner Richter und Gertrud und Karlheinz Zoeller; sie schloß ihr Studium 1982 mit Konzertexamen ab und ist Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe. Von 1977 bis 1987 war sie Soloflötistin der Hamburger Symphoniker. In dieser Zeit und später in Berlin gab sie außerdem viele Solokonzerte mit verschiedenen Orchestern. Daneben war sie immer auch pädagogisch tätig; seit 1989 ist sie Professorin an der Hochschule der Künste Berlin. Zusammen mit anderen professionellen Orchestermusikern gründete sie das Kammermusikensemble "All'aure" und eine ebenfalls regelmäßig arbeitende Improvisations-gruppe. Inhalt dieser Arbeit ist die Suche nach gänzlich neuen, voraussetzungslosen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten auf den traditionellen Instrumenten.
Dirigenten
Dinah Backhaus, geb. in Berlin, studierte Schulmusik, Germanistik und Hauptfach Violine an der HdK Berlin und nahm an Meisterkursen bei André Gertler, Sandor Vegh und Reinhard Goebel ("Musica antiqua") teil. Mitwirkung in: Quartett mit Berliner Philharmonikern, „Basel Sinfonietta", „Deutsches Kammer-Orchester", „Ensemble Sanssouci" und „Berliner Barock-Orchester".Dirigierausbildung im Studium und Dirigierkurse. Seit 1985 Altistin im Ernst-Senff-Chor, der mit den bedeutendsten Dirigenten und Orchestern zusammenarbeitet. Seit 1998 Jurorin bei „Jugend musiziert", seit 1999 Dozentin am Charlotte- Wolff- Kolleg (Erwachsenenbildung). Neben einer Konzerttätigkeit als Geigerin, Dirigentin und Altistin leitet sie gemeinsam mit M.Wildenhof das E.T.A.-Hoffmann-Orchester.
Matthias Wildenhof, geboren in Berlin, studierte Schulmusik mit Hauptfach Violoncello (bei Markus Nyikos) und Tonsatz an der HdK Berlin sowie Geographie. Vielfältige Tätigkeit als Cellist (RIAS-Jugendorchester, Festspielorchester Bregenz, Festival Montepulciano u.a.), Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis und Barockcello; Konzerte in diversen Alte-Musik-Ensembles. Dirigierausbildung im Studium, Teilnahme an Dirigierkursen. Dozent für Tonsatz und Gehörbildung. Seit 1998 Unterrichtstätigkeit im Fach Musik am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Berlin-Zehlendorf. An der Musikschule Charlottenburg-Wilmersdorf leitet er zusammen mit D.Backhaus das E.T.A.-Hoffmann-Kammerorchester.
Heilig-Kreuz-Kirche Berlin- Kreuzberg

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