Samstag, 11.10.2008, um 19.00 Uhr,

Rathaus Charlottenburg,

Festsaal
Siehe auch
PROGRAMM:


Antonio Vivaldi (1678-1741): Konzert für Violine, Orgel und Streichorchester d-Moll
                                                  (in einer Fassung mit Bandoneon)
Allegro - Grave - Allegro


Astor Piazzolla (1921-1992): "Jeanne y Paul" (1972)


Joseph Haydn (1732-1809): Konzert C-Dur für Violoncello und Orchester
Moderato - Adagio - Allegro molto


---PAUSE---



Carl Nielsen (1865-1931): Kleine Suite für Streichorchester op.1
- Präludium: Andante con moto
- Finale: Andante con moto - Allegro con brio


Astor Piazzolla (1921-1992): "El Penultimo" (1972)


Astor Piazzolla (1921-1992): "Michelangelo 70" (1970)

Die Mitwirkenden:
Solisten:

Sabine Techritz (Violoncello)

Dariusz Blaszkiewicz (Violine), Bettina Hartl (Bandoneon)

E.T.A.-Hoffmann-Kammerorchester Berlin

Leitung: Dinah Backhaus und Matthias Wildenhof

Programmbeiträge des E.T.A.-Hoffmann-Kammerorchesters:
(Aus dem Programmheft)
Antonio Vivaldi (1678-1741): Konzert für Violine, Orgel und Streichorchester d-Moll
(in einer Fassung mit Bandoneon)

Allegro - Grave - Allegro
Carl Nielsen (1865-1931): Kleine Suite für Streichorchester op.1

- Präludium
- Finale
Astor Piazzolla (1921-1992): "Michelangelo 70" (1970)
Solisten: Dariusz Blaszkiewicz (Violine), Bettina Hartl (Bandoneon)
E.T.A.-Hoffmann-Kammerorchester Berlin

Leitung: Dinah Backhaus und Matthias Wildenhof

Orchesterbesetzung:
1.Violine: Franziska Rößler-Hawari, Wolfgang Franke, Annette Blottner, Tatjana Schatz, Frauke Wübben;
2.Violine: Tanja Porstmann, Gesa Ellinghaus, Birgit Eichstädt, Kathrin Fuld, Claudia Teschner, Kerstin Beckmann;
Viola: Bettina Henn, Matthias Kohlhaus, Martin Sahl, Stefano Macor (als Gast);
Violoncello: Kerstin Schütte, Konstantin Schmidt, Marion Vasquez, Frank Hoppe;
Kontrabass: Siegmund Podbilski (als Gast);
Flöte: Inga Pleul-Henschel, Anni-Kathrein Faersch;
Cembalo: Hannelore Abt (als Gast).
Kontakt: Tel. 030/813 42 91.
Zu den Werken:
Antonio Vivaldi (1678-1741) war als Komponist sehr experimentierfreudig: Unter den ca. 500 (!) von ihm komponierten Solokonzerten gibt es rund 70 Konzerte mit zwei oder mehreren Solisten, häufig in ungewöhnlichen Instrumentenkombinationen. In Werkaufbau, Satzfolge (schnell-langsam-schnell) und Satzanlage (in den Ecksätzen Wechsel zwischen Tutti-Ritornellen und freieren solistischen Abschnitten) entsprechen sie meistens dem dem von Vivaldi selbst entwickelten Modell des Solokonzerts; die beiden Soloinstrumente werden gleichrangig behandelt und kommunizieren in Dialogform.
Auch im Konzert für Violine, Orgel und Streichorchester d-Moll ist die Orgel nicht Begleitinstrument, sondern der Violine gleichberechtigt; die Ausführung des Orgelparts durch das (heute vor allem im argentin. Tango verwendete) Bandoneon erscheint deshalb als geeignete, klanglich reizvolle Alternative.
Und nicht nur in den berühmten Violinkonzerten "Die vier Jahreszeiten", auch in diesem Konzert gibt es Herbstliches: wilde Herbststürme und dicke Regentropfen erklingen....
Der dänische Komponist Carl Nielsen (1865-1931) verbindet die romantische Tonsprache von Mendelssohn und Brahms bis hin zum spätromantischen Wagner mit Anklängen an dänische Volksmusik. Seine "Kleine Suite" op.1, die er als Erstlingswerk mit 23 Jahren nach dem Musikstudium in Kopenhagen schrieb, war sein erster großer Erfolg.
Der Romantiker ETA Hoffmann, der der sogenannten absoluten Instrumentalmusik (ohne Text) eine geheime Musiksprache unterlegte, ermutigt uns nach möglichen Bedeutungen der einzelnen Themen zu suchen:
Im ersten Satz "Präludium" hören wir zunächst ein leidvolles "Herzklopfen-Ostinato" der tiefen Streicher mit klagender Cello-Melodie, über das sich dann eine schmerzlich-chromatische Abwärtsbewegung der Violinen legt. Suchend und tastend folgt eine quasi ins Unendliche schweifende Melodie der Violinen, die schließlich von den warmen Klängen der Violen und Celli abgelöst wird.
Im letzen Satz "Finale" wird dieser sehnsüchtige Tonfall in der Einleitung zunächst wieder aufgenommen, wandelt sich dann aber im Allegro in ein explosives A-Dur voller Lebensfreude und Gipfelstürmerei in den extrem hohen und schwierigen Lagen der 1. Violinen. Nach diesem fulmi-nanten Start folgt ein eher verströmend-gesangliches 2. Thema.
Auffallend ist, wie dicht und verwoben der Komponist die fünf (!) Stimmen führt, so dass es manchmal wie eine Art Dickicht klingt, durch das sich der Hörer erst den Weg zu den Schönheiten des Stücks bahnen muss. Dieses Werk ist heute nur noch selten im Konzertsaal zu hören - es erschließt sich eigentlich erst nach mehrmaligem Hören, wie wir selber in den Proben erlebten.
Wir hoffen, dass Sie schon bei der Erstbegegnung mit dem Werk heute abend ein wenig von der Begeisterung empfinden, die sich bei uns nach zahlreichen Proben (trotz der großen technischen Schwierigkeiten) immer stärker einstellte.
Der argentinische Komponist Astor Piazzolla (1921-1992) war selbst Tango-Bandoneonist; er gilt als Begründer des "Tango Nuevo", einer Gegenbewegung und Weiterentwicklung des traditionellen "Tango Argentino".
Das heute erklingende Stück "Michelangelo 70" widmete Piazzolla 1970 dem berühmten Cafes "Michelangelo" in Buenos Aires, in dem sich in den 70er-Jahren verschiedene Künstler unterschiedlichster Genres trafen, um sich über Kunst und Philosophie auszutauschen. Piazzolla trat dort regelmäßig und erfolgreich mit seinem berühmten Quartett auf.
Bandoneon:
Einen Schwerpunkt in unserem heutigen Konzert bildet ein ungewöhnliches Instrument: das Bandoneon.
Es wurde um 1846 von dem Krefelder Musiklehrer Heinrich Band als Sonderform der Ziehharmonika aus dem Instrument "Konzertina" entwickelt und nach seinem Erfinder benannt.
Durch europäische Auswanderer gelangte das Bandoneon nach Südamerika, wo es vor allem von Tango-Kapellen in den Hafenkneipen und Bordellen von Buenos Aires verwendet wurde. Bis heute gilt es als charakteristisches Instrument bzw. "klangliches Markenzeichen" des argentinischen Tango.
Charlottenburg
Rathaus

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